Spiritualität

Um einen Weg in die eigene Spiritualität zu finden stehen uns heutzutage unzählige spirituelle und religiöse Schulen zur Verfügung. Alle kennen die Zuwendung zu einer "höheren Macht" oder "höheren Mächten". Alle beschäftigen sich mit menschlichen Abhängigkeiten und deren Auflösung. Alle bieten hierzu den Weg an, den die jeweilige Religionsgründerin, bzw. der jeweilige Religionsgründer, entwickelt und selbst erfolgreich beschritten hat. Dieser angebotene Weg entspricht also vollkommen der Wahrheit einer bestimmten Person.

Möchte ich einen spirituellen Weg gehen, so werde ich also nicht den einzig wahren Weg finden (keiner ist wahrer als die anderen), sondern den Weg wählen, den ich innerlich als am nächsten und wahrsten empfinde. Das heißt, ich werde der Schule folgen, deren ReligionsbegründerIn in gewisser Weise ähnliche Grundessenzen mitbringt wie ich. Doch so ähnlich der angebotene Weg dem Meinen ist, es ist nie ganz der Meine.

Immer mehr spirituelle FührerInnen weisen darauf hin, dass die Zeit gekommen ist, hierarchische Gefüge, die einen Weg weisen und vorgeben, zurückzulassen und mitten im eigenen Leben den eigenen - und dadurch direktesten - Weg zur Spiritualität und Ganzheit zu wählen. Doch niemand (auch die, die es empfehlen) scheint zu wissen, wie das gehen kann.

Eines ist klar: der Weg zu uns selbst ist nur möglich, wenn wir es wagen, uns unserem Innenleben zuzuwenden: und zwar ohne gleich wieder eine Idealempfindung wie göttliches Licht, wunderschöne Farben, unendliche Weite zu visualisieren und uns damit zu durchfluten.
Wenn wir ohne zu werten, ohne zu wollen, einfach nur in uns hineinfühlen, -blicken und -horchen, einfach nur gewahr sind, was da jetzt in diesem Moment ist, so erkennen wir genau den Punkt, an dem wir im Moment stehen, so nehmen wir uns genau als die Person wahr, die wir in diesem Augenblick sind. Nicht mehr und nicht weniger.
Wir können unsere inneren Lasten, Verspannungen und ungelösten Aufgaben ebenso fühlen, wie unsere Zufriedenheit und unser eigenes Licht. Und: wir können, was immer wir "sehen" und gerne wandeln wollen achtungsvoll ansprechen und so in Kontakt mit den Elementen, die "in uns wohnen", mit uns selbst und unseren Bedürfnissen gelangen. Wir können beginnen, uns selbst zu gestalten, inneren Frieden zu schaffen und so letztlich heilen und frei werden. Wenn wir uns innerlich kennen, können wir unser äußeres Umfeld nach den tiefsten inneren Bedürfnissen gestalten. Wenn wir unsere Beziehung zu anderen Menschen innerlich geklärt haben, und immer wieder neu klären, so wird sich unser und deren Verhalten im Außen wandeln.

Für all dies braucht es vor allem eins: den Mut hinzusehen. Wir müssen uns auch und gerade dem zuwenden, wovor wir lieber davonlaufen würden. Wir müssen das ungeschminkt betrachten, was wir ganz automatisch, um unseren Alltag zu bewältigen und unser Image zu wahren, verdrängen und überspielen.

epaemotionale prozess arbeit beschreibt zwar eine Methode, die genau dies möglich macht, sie ist jedoch keine spirituelle Lehre, denn sie hat keinen Absolutheitsanspruch. Jeder Mensch ist eingeladen, seine eigene emotionale prozess arbeit zu erfinden, also eigene Wege in den Innenwelten zu erkunden. Gerne ergänzen wir die hier vorgestellte Methode um neue Ideen, die anderen Menschen weiterhelfen könnten. So kann die Idee der emotionale prozess arbeit sich immer weiter entwickeln. Anstatt verbindlicher Anweisungen zu emotionale prozess arbeit und Innenweltreisen, gibt es erfahrenes und erprobtes und zusammengetragenes Wissen, aus dem alle schöpfen können, und das durch jede und jeden bereichert werden kann. So ist im eigenen Innenleben jede Person ihre eigene spirituelle LehrerIn. Selbst unser Zugang zum Göttlichen liegt im Reich unseres "inneren Seins". Unsere Innenwelten bergen alle Weisheit und alles Wissen, das sie und das wir brauchen.

Wenn wir uns diesem Wissen und dieser Weisheit anvertrauen, so sind wir die einzig kompetente Person, die über unser spezifisches Werden und Sein - einschließlich unseres spirituellen Wegs - entscheiden kann. Dies heißt, dass wir absolut frei sind: dass wir uns unserem ureigenen, individuellen Weg zuwenden dürfen, oder einer bestimmten spirituellen Lehre oder Religion folgen können. Ganz so, wie wir es wollen und in uns fühlen, ist es auch richtig.